Nun bin ich zwei ganze Jahre in Australien gewesen. Im Mai 2024 habe ich in Perth angefangen und meine Reise endete diesen Mai in Brisbane. Ich habe viele Erfahrungen gemacht, neue Leute kennengelernt, die Natur hier erkundet, aber natürlich auch nicht so schöne Momente gehabt. Der Kontakt nach Hause zu Familie und Freunden war durch die Zeitverschiebung immer sehr schwer, aber es wurde für alles eine Lösung gefunden. Mir wurden schon viele Fragen zu meinem Abenteuer hier gestellt, z.B. wie ich das Ganze finanziere oder wie ich all meine Roadtrips ohne Führerschein mache. Auch meine Gesundheit kam öfters mal vor. Um euch von meinen Erfahrungen und Eindrücken der letzten zwei Jahre zu erzählen, habe ich diesen Bericht geschrieben.
Persönlicher Einblick
Was hat mir am besten gefallen?
Ich habe in meiner Zeit in Australien sooo viele schöne Momente gehabt. Ich finde, es kommt immer auf das Thema dabei an. Geht es um die beste Stadt? Der schönste Ort in der Natur? Oder um die Roadtrips? Man kann es nicht genau beantworten. Trotzdem versuche ich mal von ein paar Highlights zu erzählen.
Also die schönste Stadt ist für mich definitiv Brisbane und ich könnte hier für immer bleiben. Ich dachte früher immer, dass ich nicht der Stadtmensch bin, da ich mir ein Leben in Frankfurt oder Berlin zum Beispiel nicht vorstellen kann. Brisbane hat mir aber gezeigt, dass ich da falsch liege. Es kommt darauf an, wie eine Stadt aufgebaut ist. Trotz der 2,7 Millionen Menschen, die dort leben, fühlt es sich nicht wie eine Stadt an. Es gibt einen riesigen Park in der Stadtmitte und eine Fußgängerzone zum Shoppen. Den großen Freeway mitten in der Stadt bekommt man überhaupt nicht mit. Außerdem hat nur das CBD (Stadtmitte) Hochhäuser. In den Stadtteilen gibt es nur kleinere Häuser und Appartments. Aber was natürlich ganz wichtig ist: Das Wetter hier! Es wird nie zu kalt im Winter – um die 15°C minimal tagsüber.
Aber mal weg von den Städten, welcher Ort in der Natur hat mir am besten gefallen? Das kann ich gar nicht wirklich sagen. Australien ist so riesig, dass die Natur überall anders aussieht; stell dir einfach vor, du müsstet einen Ort in Europa dir aussuchen – das ist die ungefähre Größe Australiens. Ist es der Atlantik, der dir am besten gefällt? Die Nordlichter? Oder doch die Alpen? Natürlich gibt es aber einige Orte, die ich so nicht vergessen werde. Dazu gehört definitiv das Outback, das es so in Deutschland nicht gibt. Der rote Sand, die Trockenheit und die Leere beim Autofahren sind einfach faszinierend. So wenig Leute und alles so anders. Ein weiterer wunderschöner Punkt in Australien ist die Fläche südlich von Perth. Von Margaret River bis Esperance gibt es überall wunderschöne Strände. Und damit meine ich weiße Strände mit türkisfarbenem Wasser. Der Atlantik dagegen ist nichts. Man kann hier super schwimmen gehen und mit Glück auch Wale und Rochen sehen. Wenn ich lieber wandern gehen will, gehe ich auf jeden Fall wieder nach Tasmanien. Der Cradle Mountain National Park ist einfach atemberaubend. Vor allem, wenn man den Gipfel erreicht hat, sieht man den ganzen Nationalpark mit all seinen Bergen und Wiesen. Einfach einzigartig!



Und welcher Roadtrip war der Beste? Da kann ich mich leider wirklich nicht entscheiden, denn jeder war anders. Andere Personen, andere Fortbewegungsmittel und andere Ziele. Ich werde aber auf jeden Fall versuchen, meine Roadtrips hier zu veröffentlichen, sodass du dir selbst ein Bild machen kannst.
Was war nicht so schön?
Neben den ganzen schönen Erlebnissen, die ich genießen durfte, gab es natürlich auch mal nicht so schöne Momente. Auf Instagram sieht man ja immer nur die schönen Bilder vom Reisen. Doch so sieht es nicht 24/7 aus… Diese unschönen Momente können überall passieren. Mal hat etwas nicht ganz so geklappt, wie man es geplant hat, mal ist man in Situationen geraten, die man lieber vermieden hätte. Ich nenne mal ein paar Beispiele.
Außerhalb von Erlebnissen, die auch in Deutschland passieren könnten, hat die Natur in Australien einige unschöne Orte. Während meiner Roadtrips bin ich speziell im Outback durch viele trockene und sehr abgelegene Gebiete gefahren. Im Gegensatz zu Deutschland werden in einigen Staaten Australiens die Tiere bei Unfällen nicht weggeräumt. Dadurch hat man viele tote Tiere gesehen, vor allem Kängurus,die nachts vor allem von den Roadtrains angefahren werden. Ich habe aber auch Tiere wie Kühe gesehen, die in den trockenen Gebieten verdurstet sind. Auch die Geier waren teils schon am Werk…
Neben den Tieren, haben auch die Pflanzen leiden müssen. Es gab viele Brände in der Trockenzeit, sodass ganze Straßen gesperrt und Nationalparks geschlossen wurden – und das nicht nur im Outback. Auch die Blue Mountains wurden zum Beispiel teils gesperrt. Während es in der Trockenzeit zu Bränden kam, stand in der Regenzeit alles unter Wasser. Ich war für längere Zeit während der Regenzeit in Townsville und bin täglich durchnässt nach Hause gekommen. Auch Regenjacken helfen dabei nicht. Busse fuhren nicht, Gebiete mussten evakuiert werden, all das jedes Jahr.


Auch gesundheitlich gab es schlechte Zeiten, aber dazu komme ich später. Trotzdem überwiegen die schönen Momente und das ist das Wichtigste finde ich.
Was war am schwersten?
Meiner Meinung nach waren es die organisatorischen Dinge und der Papierkram (eher digital in Australien), wobei es eher zu den anstrengendsten Sachen gehört – und damit meine ich nicht die Flüge und Reisen. Während man Zuhause immer froh ist, wenn die Eltern bei formellen Dingen helfen können, darf man nun auf einmal selbst ein Bankkonto eröffnen. eine Steuernummer beantragen oder Bewerbungen und Lebensläufe schreiben; und das in einer anderen Sprache. In Deutschland habe ich vorher noch nie meine Steuernummer wirklich benötigt, hier muss ich sie bei jedem Arbeitsvertrag angeben. Ich muss aber zugeben, dass es sehr schnell ging und einfacher war als gedacht. Es ist kein Hexenwerk und die Leute hier helfen auch gerne.
Als ich krank wurde, wurde es etwas schwieriger. Telefonisch einen Termin ausmachen und jedes Mal sich bei der Praxis neu anmelden geht ja noch, aber dann dem Arzt auf Englisch erklären, was los ist. Zwar spreche ich sehr gut Englisch, aber einige spezifische Begriffe, die ich nicht gerade täglich nutze, sind natürlich nicht in meinem Wortschatz. Später durfte ich noch alle Dokumente, Verschreibungen, etc. bei meiner Versicherung einreichen. Und nie den Bon vergessen!
Ein weiterer Punkt, war das Finden von Arbeit. Die Farmen erreicht man oft nur über Connections. Noch dazu benötigt man für viele Orte ein Auto oder einen Führerschein – was ich natürlich nicht habe. Möchte man eher in der Gastwirtschaft arbeiten, erreicht man mit Onlinebewerbungen nicht so viel. Als Backpacker sollte man einen guten Lebenslauf erstellen, ausdrucken und dann von Restaurant zu Restaurant laufen. Man sollte sich immer in Person vorstellen und auch öfters hingehen. Trotzdem braucht man Geduld bis der erste Anruf für eine Einladung zur Probearbeit kommt. Noch dazu hat man durch die ganzen anderen Working Holiday Maker viel Konkurrenz in den ländlichen Gebieten.
Das Reisen
Wie habe ich das finanziert?
Diese Frage stellen sich viele. Ich poste immer die schönen Bilder von meinen Roadtrips und was ich alles erlebe, aber das kostet ja auch was. Bin ich etwa reich? Natürlich nicht, aber es gibt zwei wichtige Punkte, die mir meine Erlebnisse möglich gemacht haben.
Zum Einen war ich schon vor der Reise immer ein Sparfuchs. Anstelle groß shoppen oder essen zu gehen, habe ich das Geld lieber gespart. Bevor ich losgezogen bin, habe ich etwas mehr als ein Jahr in einem festen Job gearbeitet. Ich werde jetzt nicht darüber schreiben, wie viel ich verdient habe, aber nachdem Miete und weitere monatliche Kosten abgezogen wurden, habe ich immer noch Geld zurücklegen können und auf ein Zweitkonto überwiesen, an welches ich nie rangegangen bin. Dadurch hat sich in einem Jahr einiges angesammelt.
Auch kurz vor Abflug kam nochmal Geld drauf. Ich habe meine Wohnung gekündigt, wodurch ich meine Kaution zurück bekam und habe viele Dinge verkauft. Dazu gehörten Möbel sowie auch Bücher. Das ganze hat mich sehr viel Zeit gekostet doch es hat sich gelohnt.
Trotzdem kann man nicht innerhalb von einem Jahr Geld für zwei Jahre in Australien ansparen, wenn man dort auch viel reisen will. Ich habe auch während meinem Aufenthalt hier Geld verdient und gearbeitet. Ich bin nicht zwei Jahre durchgängig nur umher gereist. Ich habe an verschiedenen Orten unterschiedliche Jobs gehabt; darüber später mehr. Von den ganzen zwei Jahren habe ich etwa ein Jahr gearbeitet. Immer mal wieder mit Pausen dazwischen. Die meiste Zeit davon war ich in Brisbane, wo ich aber auch Freunde und Hobbies gefunden habe. Auch, wenn ein Jahr viel klingt, hat es sich durch die Pausen nicht so lange angefühlt, denn auch während meiner Arbeitsmonate habe ich vieles erlebt.
Also kurz zusammengefasst: Ich habe vor meiner Reise mehr als ein Jahr gearbeitet und so viel gespart, wie möglich und habe dann während meiner Reise auch immer wieder gearbeitet um meine Roadtrips und Touren finanzieren zu können. Die Kosten für Unterkünfte und Lebensmittel habe ich natürlich versucht so niedrig wie möglich zu halten. Da gehören halt auch geteilte Zimmer mit 8 Leuten manchmal dazu. Essen gehen war ich auch sehr selten. Das Leben bestand halt aus Nudeln und Müsli teils. Auch, wenn es vielleicht so aussah, bin ich nicht reich oder war zwei Jahre nur am Reisen.
Wo bin ich überall gewesen?
Kurz gesagt: So gut wie überall! Ich habe es geschafft, meinen Traum zu erfüllen und bin einmal um Australien gereist mit Auto, Van oder Wohnmobil. Die Mitte bzw. den Roadtrip von Darwin nach Adelaide habe ich bereits vor vier Jahren gemacht. Ich habe jeden Staat besucht und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen, aber auch viele versteckte Orte. Hier einmal alle Roadtrips aufgelistet:
Dies sind meine Roadtrips über die zwei Jahre gewesen. Natürlich habe ich auch einfach teils kleine Ausflüge gemacht. Zum Beispiel ein Tagesausflug mit anderen Backpackern zum Daintree Rainforest oder eine Runde Schnorcheln im Great Barrier Reef. Auch Rottnest Island oder Litchfield Nationalpark wurden besucht.
Aber letztendlich ist Australien immer noch zu groß um alles zu sehen. Um manche Highlights zu sehen, braucht man außerdem einen 4×4 Wagen, wie für die Gibb River Road. Irgendwann will ich die auch nochmal machen. Auch der Wave Rock in Western Australia oder die Flinders Ranges in South Australia konnten noch nicht abgehakt werden.
Roadtrips ohne Führerschein – wie das?
Auf meinen Roadtrips war ich immer mit Auto, Campervan oder Wohnmobil unterwegs, doch ich habe gar keinen Führerschein. Viele fragen mich dann, wie ich das gemacht habe.
Kurz und knapp: Ich habe immer andere Backpacker gefunden, die einen Führerschein haben. Es gibt dafür mehrere Wege. Am schönsten ist es natürlich, wenn man sich ganz einfach für eine Weile im Hostel kennen lernt und direkt gut versteht. Man kennt die Person, kann die Pläne gemeinsam im Hostel machen und weiß, wie die andere Person tickt. Diese Methode hat aber nur einmal geklappt, da es doch ziemlich schwer ist, jemanden mit gleichen Plänen zu finden. Viele „wohnen“ auch im Hostel und arbeiten in der Stadt, sodass sie gar nicht vorhaben zu reisen.
Die zweite Möglichkeit ist über Facebook. Auch, wenn Facebook heutzutage nicht mehr wirklich zur Kommunikation genutzt wird, ist es jedoch eine super Hilfe für Backpacker. Es gibt tausende Gruppen für Working Holiday Maker in Australien – sowohl englische als auch deutsche Gruppen für verschiedene Anlässe. Gruppen zum Austausch von Reisetipps, Gruppen für das Finden von Farmarbeit oder arbeiten in der Gastwirtschaft, Gruppen für den Autokauf und -verkauf und natürlich auch Gruppen um andere Reisende mit gleichen Plänen zu finden. Wenn ich also einen nächsten Roadtrip geplant habe, habe ich einfach online mich vorgestellt, meine Pläne erzählt und die wichtigsten Punkte aufgeführt. Ein paar Bilder dazu und schon ist man fertig. Nun muss man nur noch warten – leider gibt es natürlich auch Leute, denen es nicht ums Reisen geht – gerade als Frau bekommt man viele Spamnachrichten. Letztendlich hat es aber gut geklappt. Die gleiche Möglichkeit gibt es auch über WhatsApp. Viele Gruppen für verschiedene Orte und Pläne. In den WhatsApp-Gruppen sind im Vergleich zu Facebook wirklich nur Backpacker, dafür ist die Chance, jemanden zu finden auf Facebook größer.
Über beide Plattformen habe ich fast alle meiner Reisefreunde kennengelernt. Der Nachteil ist natürlich, dass man die Person nicht gleich persönlich kennt, was besonders mit mehreren Leuten schwierig ist.
Meinen Roadtrip in Tasmanien habe ich mit einer Gruppe auf einer Tour gemacht. Es war aber eine selbstgeführte Tour, sodass es sich mehr wie ein gemeinsamer Roadtrip angefühlt hat. Tourvan, Campingausstattung und empfohlene Routenplanung für die Zeit hat man alles gestellt bekommen. Nur Unterkunft und Lebensmittel waren nicht inklusive. Man hat die Anderen in einer WhatsApp-Gruppe kennengelernt und einen Tag vorher persönlich getroffen um Essen für die ersten Tage zu planen. Ich muss sagen, dass es abgesehen vom Wetter sehr gut geklappt hat. Ich habe aber auch schon von Leuten gehört, die es nicht so gut fanden, weil die Vorstellungen der Reise sehr auseinander gegangen sind.



Um zurück zur Frage zu kommen; ich habe meine Roadtrips nur durch andere Reisende ermöglichen können. Meistens habe ich sie über Facebook und über WhatsApp-Gruppen kennengelernt. Aber ich habe auch jemanden im Hostel kennengelernt und eine Gruppentour gemacht. Es hat alles Vor- und Nachteile. Entweder hat man dann zusammen ein Fahrzeug gemietet oder die andere Person hatte ihr eigenes Auto. Hat man keinen Führerschein oder ein Auto, braucht man meist etwas Geduld um jemanden zu finden. Man sollte sich vorher auf jeden Fall absprechen, was man machen will bzw. wie man sich das Ganze vorstellt.
Wie sah mein Alltag aus?
Auch, wenn es eigentlich Urlaub war, bin ich meistens früh aufgestanden um soviel es geht zu sehen. Auch die Temperaturen haben manchmal dabei geholfen. Auf den Touren im Norden wurde es einfach zu heiß im Auto und in Tasmanien war es eiskalt in der Nacht, sodass man nicht gut schlafen konnte.
Zum Frühstück gab es meist Milch und Müsli und zu Abend Nudeln oder Reis. Mittags wurde meist nur etwas Schnelles gegessen wie Brot oder Wraps. Wirklich viel geplant wurde selten – weder beim Essen noch beim Tagesablauf. Man hatte natürlich die wichtigsten Punkte aufgeschrieben, die man sehen wollte, aber es gab immer wieder Neues zu entdecken. Die Übernachtungsmöglichkeit wurde oft erst abends ausgewählt. Es kam auch darauf an, wie weit man gekommen ist. Kostenlose Campingplätze findet man sehr spontan. Wer aber eher auf einem richtigen Campingplatz übernachten möchte, sollte vorher buchen oder zumindest dort anrufen bevor die Plätze geschlossen sind, denn das kann teils schwierig werden sonst.



Ich bin mit den meisten Leuten gut klargekommen. Nur in großen Gruppen kann es manchmal schwierig werden. Trotzdem hat alles geklappt. Der Tag wurde meistens noch mit ein paar Spielen abgeschlossen und gegen zehn Uhr war meistens Licht aus, weil wir vom Tag so müde waren. Beim Camping manchmal schon um 9 Uhr, weil es schnell dunkel wurde.
Das Arbeitsleben
Als was habe ich gearbeitet?
Ich habe in den zwei Jahren an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Jobs gearbeitet. Keine professionellen Jobs, wofür ich einen Abschluss benötige sondern Arbeiten auf der Farm und in der Gastwirtschaft.
Farmarbeit
Angefangen habe ich im August 2024 mit Farmarbeit südlich von Townsville. Ein sogenanntes „Working Hostel“ hatte die Kontakte zu Farmen und hat uns zugeteilt – wer die Möglichkeit hat, sollte lieber selbst eine finden. Trotzdem war es gut, damit ich meine 88 Tage für mein zweites Visum abarbeiten konnte (dafür zählen nur bestimmte Arbeiten in bestimmten Regionen). Auf der ersten Farm habe ich hauptsächlich Gemüse sortiert und verpackt. Das bedeutet, ich habe Gemüse wie Tomaten, Zucchini oder Chili nach Aussehen sortiert und dann nach Gewicht zum Einwickeln mit Folie weitergegeben. Ich habe also den ganzen Tag gestanden. Wenigstens die Leute waren nett und es gab Musik. Teilweise sind wir auch mal raus und haben Unkraut gerupft oder alte Tomatensträucher entfernt und neue eingesät (mit Besuch von kleinen Tieren natürlich). Das war dann mal etwas Abwechslung, aber nur für ein paar Stunden. Die Arbeit fing gegen 7 Uhr an und hörte oft gegen 3 Uhr auf.


Meine zweite und dritte Farm hat Wassermelonen geerntet. Während die Jungs die Melonen geerntet und via Laufband zum Anhänger gebracht haben, standen ein anderes Mädchen und ich oben drauf und haben sie nach Gewicht und Aussehen sortiert. Am Ende des Laufbands stand noch ein anderer und hat die Melonen „abgeklopft“, also geschaut, ob sie reif sind, und dann uns zugeworfen. Zu Beginn waren es nur die kleinen und später dann die großen Melonen mit einem Gewicht von durchschnittlich 12kg. Ich habe mal an einem Tag grob ausgerechnet, wie viele Kilogramm ich gefangen habe. Bei einer Entfernung von nur einem Meter habe ich an dem einen Tag ca. 7 Tonnen an Melonen zugeworfen bekommen… Da es in der Sommerzeit so heiß ist, fing die Arbeit um 5 Uhr an, d.h. um 4 Uhr aufstehen um pünktlich dort zu sein. Oft hörte sie dann gegen 1 Uhr auf. Ich hab mich manchmal wie eine Granny gefühlt, da ich immer um 8 Uhr abends dann ins Bett gegangen bin. Wenn wir mal nicht geerntet haben, sondern gesät haben, wurde es nach einiger Zeit sehr anstrengend für den Rücken, denn das Feld war riesig.



Ich bewundere die Saisonarbeiter sehr, die das jedes Jahr monatelang machen. Man sieht die Dinge aus einem komplett anderen Winkel, wenn man mal selbst anpacken muss.
Gastwirtschaft
Nach der Farmarbeit habe ich viel in der Gastwirtschaft gearbeitet. Zuerst in einem einfachen Restaurant mit Bar. Zu Beginn mussten nur die Bestellungen aufgenommen und per Buzzer ausgerufen werden. Später habe ich dann auch hinter der Bar gearbeitet, wo ich gelernt habe, Bier richtig abzuzapfen und Mischgetränke gemixt habe. Die Schichten fingen frühestens um 11 Uhr an. Auch wenn man ausschlafen konnte, hat man nicht wirklich viel freie Zeit gehabt. Das Restaurant hat um 21 Uhr geschlossen und die Bar hatte bis Mitternachts auf.
In Brisbane habe ich dann in einem anderen Restaurant und in einem Café gearbeitet. Im Restaurant habe ich zu Beginn erst nur die Bestellungen zum Tisch gebracht und neu gedeckt. Da mir das aber zu langweilig war, habe ich mir selbst erlaubt kleine Getränkebestellungen aufzunehmen und später auch Essensbestellungen. Der Chef hat das bemerkt und mich später dann auch Tischen zugeteilt. Man könnte sagen, ich habe mich hochgearbeitet – mehr Geld gab es aber nicht, da hat man das Gleiche verdient.
Im Café gab es Bagels und Kaffee zum Mitnehmen zu kaufen. Man hat dort als Allrounder gearbeitet. Dazu gehörten die Bedienung an der Kasse, Bagels belegen, Zutaten vorbereiten, Kaffee machen und Geschirr abspülen. Man ist immer dahin gegangen, wo man gebraucht wurde. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe dort auch weitergearbeitet, als ich das zweite Mal in Brisbane war. Meine Kollegen waren einfach super. Außerdem hatte man freies Mittagessen und Kaffee. Außerdem durfte man freitags Bagels mitnehmen, da das Café am Wochenende zu hatte und die Bagels sonst weggeschmissen werden würden. Auch „Fehler-Bagel“ habe ich zum Abendessen mitgenommen anstatt sie wegzuwerfen, genauso wie später Gemüse – ich habe echt viel Geld dadurch gespart, da ich fast nie etwas vom Supermarkt brauchte.
Ein perfekter Barista bin ich trotzdem noch nicht. Ich übe zwar immer wieder, aber Schaum ohne Luftbläschen hinzubekommen ist gar nicht so einfach. Manchmal klappt es aber mittlerweile und es wird besser. Es ist das erste Mal gewesen, dass ich mich irgendwie auf die Arbeit gefreut habe.


Nebenjobs
Neben meinen Jobs in Restaurants und auf der Farm, habe ich kleine Nebenjobs gehabt bzw. bei Events mitgeholfen. Angefangen hat es an Neujahr in einem 5 Sterne Hotel und später dann in verschiedenen Stadien zu Footballspielen. Ich konnte mich selbst entscheiden, ob ich die Schicht annehmen wollte oder nicht, was sehr gut war. In den Stadien war ich dann immer hinter der Bar, entweder wo das Bier vorgezapft war oder auch wo man es frisch gezapft hat.



Wie habe ich Freunde und Hobbies gefunden?
Als ich das erste Mal in Brisbane war, bin ich ein wenig durch die Stadt und habe zufällig einen Brettspielladen entdeckt, der an einem Wochenende einen „Catan Connect“ Spieleabend hatte – also das Spiel „Catan“ mit mehreren Leuten auf einem riesigen Spielfeld. Da ich natürlich schon in Deutschland ein absoluter Brettspielefan war, habe ich mich dort angemeldet. Nachdem die Veranstaltung vorbei war, bin ich noch etwas dort geblieben, denn man kann in dem Laden auch andere Spiele zusammen spielen. Also habe ich mich zu jemandem gesetzt, der Mitspieler gesucht hat (Dafür gibt es dort Schilder). Wir haben uns sehr gut verstanden und uns am nächsten Wochenende wieder getroffen, wo auch noch zwei weitere dazu kamen. Und schon hatte ich meine ersten Freunde. Wir haben uns jeden Samstag nachmittag zum Spielen als Gruppe getroffen und sind danach spät abends noch gemeinsam Essen gegangen. Wir haben insgesamt zu fünft eine WhatsApp-Gruppe, sodass wir immer in Kontakt bleiben können.
Zuhause in Deutschland habe ich bevor ich gegangen bin auch getanzt. Da es aber schwierig ist, sich in einer Tanzschule anzumelden, wenn man nicht weis, wie lange man vor Ort ist, habe ich an den Sportkursen der Uni geschaut und siehe da, jeden Mittwoch gab es eine Art Tanzunterricht draußen mit vielen Leuten. Dabei wurden verschiedene Tänze jeweils ein oder zwei Wochen lang beigebracht und danach gab es immer „Social Dance“, d.h. es wurde frei Musik gespielt und man konnte tanzen, was man wollte. Dort habe ich die andere Hälfte meiner Freunde kennengelernt. Außerdem gab es jeden Freitag Abend Latin Night bei der Bücherei, wo man auch nochmal andere Leute kennengelernt hat.



Ich war zweimal in Brisbane für längere Zeit und habe beide Male Brettspiele zusammen gespielt und getanzt. Beim zweiten Mal habe ich mich auch für den Tenniskurs angemeldet. Natürlich würde ich nicht jede Person direkt als „Freund“ bezeichnen, aber es hat sich schon wie zuhause angefühlt, wenn man sich einfach nur jede Woche gesehen hat. Manche Leute sind mir natürlich trotzdem ans Herz gewachsen und ich werde weiterhin in Kontakt mit ihnen bleiben. Man muss einfach nur offen genug sein und dann findet man welche.
Meine Gesundheit
Bin ich krank geworden?
Um ehrlich zu sein; ich bin noch nie so oft krank gewesen, wie in Australien. Und damit meine ich nicht die einfachen Dinge, wie kleine Kratzer oder Kopfschmerzen. Schon an meinem ersten Stopp in Perth hatte ich nach viel psychischem Stress wegen der Planung eines Roadtrips eine Art Schnellgrippe. Nachdem alles geplant war und der Trip endlich feststand, habe ich plötzlich direkt Grippe bekommen. Ich hatte alles im Schnelldurchlauf. Zwei Tage lang Kopfschmerzen, Fieber und Schnupfen. Danach war alles wieder gut. Sowas wie kleine Erkältungen gab es natürlich öfters mal.
Ein anderer Fall, war der Unfall mit meinem E-Scooter. Um spät abends von der Arbeit nach Hause zu kommen, musste ich mir in Townsville einen Scooter kaufen. Gleichzeitig war dort auch Regenzeit, wodurch es teils glatt war. Eines Tages stand ich an einer Kreuzung und wollte dann bei grün nach links fahren. Dabei bin ich durch eine Pfütze gefahren, die einen sehr glatten Untergrund hatte. Dadurch bin ich weggerutscht und hingefallen. Meine Hände waren total in Ordnung, denn leider habe ich mich mit meinen Beinen abgefangen und hatte riesige Wunden. Durch das Adrenalin habe ich im ersten Moment nichts gemerkt, aber später wurde es schlimmer, sodass ich lieber den Krankenwagen gerufen habe um es richtig desinfizieren zu lassen. Ich sage nur: drei Stunden in der Notaufnahme mit 0% Akku und nichts zum unterhalten.
Ich muss aber zugeben: Die Australier sind mega nett! Schon beim Unfall kam direkt jemand und hat mir geholfen, die Wunde einzubinden. Auch ein Auto hat kurz angehalten und mir deren ganze Packung Feuchttücher zum Säubern meiner Wunde geschenkt. Im Krankenhaus hat der Arzt mir dann einen großen Vorrat an großen Pflastern, Verbandsmittel und eine Schere mitgegeben, „da die Dinge ja so teuer hier sind“. In Deutschland kann man das nicht wirklich erwarten. Ich werde keine Fotos der Wunde hier zeigen, da manchen schwindelig werden kann.

Als Highlight habe ich dann noch Pfeiffersches Drüsenfieber bekommen. Wochen mit bis zu 39,8°C Fieber, Frösteln und Kopfschmerzen. Am Anfang habe ich sogar noch gearbeitet, da ich dachte, es wäre nur ein einfacher Schnupfen, und bin dabei zweimal fast umgekippt (Fieber habe ich bis dahin noch nicht gemessen). Nach zwei Arztbesuchen und einer Blutuntersuchung kam dann endlich die Diagnose. Also lag ich fast nur im Bett, hab geschlafen, mich schlapp gefühlt und nur Langweile gehabt. Gleichzeitig hat es draußen nur geregnet…
Ich muss sagen, dies waren immer die Momente, wo ich am liebsten zuhause in Deutschland gewesen wäre und Bekannte um mich rum gehabt hätte. Es ist schon schwierig, wenn man dann nur auf sich allein gestellt ist bzw. nur Zuhause ist und sich schlecht fühlt. Viele Krankheiten haben sich wahrscheinlich auch ergeben, da ich durch meine Arbeit viel mit Menschen in Kontakt war, was ich in Deutschland bei der Arbeit ja nie hatte.
Wie ist es mit meiner Epilepsie gelaufen?
Kommen wir zu einem etwas persönlicherem Thema. Im Gegensatz zu anderen Reisenden muss ich auch noch andere Dinge beachten. Ich hatte für mein erstes Jahr 3,5kg Medikamente dabei und auch die Anfälle blieben nicht aus.

Wenn ich auf Reisen bin, schlafe ich immer in Hostels, wo man schnell mit anderen ins Gespräch kommt. Besonders in Australien geht es oft um Roadtrips. Dass ich das nicht einfach so machen kann, weil ich keinen Führerschein habe, kommt dabei auch ganz schnell raus, wo der Grund natürlich meine Epilepsie ist. Bis jetzt haben alle gelassen reagiert. Meine Anfälle hatte ich dann fast immer im Hostel im Bett oder auf dem Zimmer. Zu Beginn hat es so gut wie keiner mitbekommen. Für mich natürlich gut, aber im zweiten Jahr wurde es schwieriger.
Sehr auffällig war, dass die Anfälle immer vor einem Reiseabschnitt oder am Ende der Tour kamen. Leute mit denen ich gereist bin, haben sehr ruhig reagiert und gewartet bis es aufhört. Trotzdem war es etwas unangenehm für mich natürlich.
Jetzt kurz vor Ende meiner Reise in Australien bekam ich nochmal vermehrt Anfälle, aber diesmal nicht nur Zuhause im Zimmer. Ich hatte einen an der Bushaltestelle, in der Buchhandlung und sogar im Bus, aber irgendwie hat es keiner gemerkt – oder sich dafür interessiert. Das Problem war meistens danach, wenn ich mich wieder einfinden musste, aber noch halb abwesend war. Ich habe immer die Sorge, dass jemand den Krankenwagen rufen will, den ich dann zahlen muss – denn meine Auslandskrankenversicherung übernimmt das bei Vorerkrankungen nicht. So gut wie keine Versicherung macht das, was eigentlich ziemlich unfair ist. Kurz vor Ende habe ich nun fast alle zwei Wochen einen Anfall gehabt. Der Grund ist höchstwahrscheinlich psychisch bedingt, da ich alles verlassen musste, was ich mir in Australien aufgebaut habe.
Trotzdem finde ich, kann man auch als Epileptiker alleine reisen, wenn man offen zu anderen ist. Ich habe auch schonmal jemanden hier in Australien getroffen, die mit einer Freundin Working Holiday gemacht hat, weil es alleine bei ihren Anfällen zu gefährlich gewesen wäre. Aber sie selbst wusste auch, was sie vermeiden sollte um keine bzw. weniger Anfälle zu bekommen. Ich bin in meinen zwei Jahren in Australien sehr gut klar gekommen.
Gesamteindruck
Was hat das mit mir gemacht?
Am offensichtlichsten ist natürlich meine Verbesserung in Englisch. Zum Einen bin ich natürlich mit vielen gereist, die nicht deutsch gesprochen haben, wo ich 24/7 Englisch sprechen musste. Zum Anderen habe ich in meiner Zeit in Brisbane hauptsächlich mit Australiern gearbeitet und auch bei meinen Hobbies viele kennengelernt.
Außerhalb meiner Sprachkenntnisse habe ich selbst mich auch ein wenig geändert. Durch das ganze Organisieren von zu Beginn Bankaccount, Steuernummer, etc. und weiterhin das Finden von Jobs, Unterkünften und Ärzten bin ich viel selbstbewusster geworden. Für viele Jobs musste ich immer wieder neue Lebensläufe und Anschreiben erstellen, und viele Dinge mussten per Telefonat geklärt werden. Zum Beispiel habe ich bei Arztpraxen anrufen müssen als auch für meine Steuernummer. Australier sind aber supernett und helfen einem gerne. Bei der Steuernummer hat der Mann am Telefon mit mir sogar eine App und meine Daten eingerichtet, was nicht selbstverständlich ist.
Außerdem bin ich offener geworden. Um nicht alleine zu sein, musste man offener durch die Welt gehen. Ich habe mich getraut, andere einfach anzusprechen. Es fing dann meist an mit einem Smalltalk, aber wenn man sich öfters gesehen hat, wie bei meinen Brettspielabenden oder beim Tanzen an der Uni, hat man auch richtige Freunde gefunden. Auch bei den Latin-Nights in der Stadt hat man einfach völlig fremde zum Tanzen aufgefordert.
Auch war es zu Anfang komisch, fremden eine Frage zu stellen, doch jeder war sehr nett und hat geholfen. Doch ohne Fragen wäre ich bei einigen Dingen verloren gewesen.
Außerdem haben sich manche Sichtweisen geändert. Angefangen hat es bei meiner Farmarbeit. Wenn man einmal mitbekommen hat, wie das Obst und Gemüse verpackt und geerntet wird, und es selbst machen musste, lernt man die Dinge viel mehr zu schätzen als wenn man einfach in den Supermarkt geht und sie kauft.
Weiter ging es mit meiner Arbeit bei der Gastwirtschaft. Besonders wenn man Tische abdecken und neu einrichten muss. Manche hinterlassen ihren Tisch wie einen Saustall. Auch auf dem Boden liegen teils viele Essensreste. Und das ist nicht nur bei Familien mit Kindern so, sondern auch Erwachsene haben dieses schlechte Benehmen. In solchen Momenten habe ich mir nur gedacht, dass diesen Job jeder mal machen sollte um zu sehen, wie das ist. Auch im Café gab es einige Situationen. Manchmal war es sehr voll, sodass ich kurz die Bestellungen pausieren musste und bei der Zubereitung helfen musste – und plötzlich fängt einer an seine Bestellung aufzugeben, wo ich einen Meter entfernt bin und vorher noch gesagt habe, dass ich kurz Zeit brauche. Sowas finde ich dann unhöflich. Genauso, wenn man seine Kopfhörer auf laut hat und nicht hört, wenn man mit einem redet – bitte setzt sie ab oder macht es kurz aus, danke!
Was werde ich (nicht) vermissen?
Dazu fällt mir natürlich einiges ein. Ich fange erstmal mit den Punkten an, die ich nicht vermissen werde.
Natürlich gehören dazu erstmal die großen Spinnen. Wenn sie draußen sind, finde ich sie ultra interessant, aber sobald sie in meinem Apartment sind, bin ich raus. Das Problem ist auch, dass ich sie nicht einfach so entfernen kann, da ich Angst vor ihnen habe. Und Spinnen in der Größe meiner Hand sind mir dann doch zu viel. Ich hatte davon mal vier Stück in drei Tagen in meinem Zimmer.
Andere Tiere, die ich nicht vermissen werde, sind die kleinen Ameisen. Ich nenne sie immer „Mikro-Ameisen“, da man sie fast nicht sehen kann und man merkt auch nicht immer, wenn sie auf einem rumlaufen. Sie können überall durch und das finde ich nicht wirklich schön. Das Problem ist, dass sie hier normal sind – auch in Häusern, wenn es draußen zu heiß wird.
Die Verkehrsverbindungen sind natürlich auch ein Punkt. In den Städten hatte ich bis jetzt zwar kein Problem, aber sobald man weiter außerhalb ist oder einen Tagesausflug machen möchte braucht man ein Auto. Das beste Beispiel ist der Weg von Brisbane zur Gold Coast. Während ich mit dem Auto etwa eine Stunde brauche, benötige ich mit Bus und Bahn Ewigkeiten. Der offensichtlichste Punkt bei Verkehrsverbindungen ist aber jedoch das Outback. Es gibt zwar viele Orte, die mit Bahn oder Fernverkehrsbussen angefahren werden können, aber die sind hauptsächlich an der Ostküste. In Western Australia kommt man ohne Auto fast nirgendwo in den Norden. Und wenn es mal eine Verbindung gibt, braucht man natürlich ewig. Die Bahnfahrt von Brisbane nach Sydney dauert ca. 14h. Dies ist auch der Grund, warum Australier fast überall hin fliegen.
Und was werde ich vermissen? Zuallererst natürlich meine Freunde aus Brisbane, sowie generell das Leben dort. Ich hatte alles, was ich brauchte in nächster Nähe, hatte meine Arbeit mit super Kollegen und mehr brauchte ich eigentlich nicht.
In Australien generell werde ich natürlich die Natur und Tiere vermissen. Es gibt so viele Dinge, die es in Deutschland oder auch Europa einfach nicht gibt. Die ganzen sauberen Nationalparks mit all den Wasserfällen, die Strecken geradeaus durch’s Nichts oder auch die türkisen Strände in Südwestaustralien. Auch all die Tiere wie Kängurus, Emus, Koalas oder auch Wombats und Echidnas sind einfach süß.



Und ganz besonders werde ich natürlich die Freundlichkeit und das einfache Leben der Australier vermissen. Das Dankesagen zum Busfahrer, die Frage ob man Hilfe benötigt, wenn man etwas lost ist oder auch einfach ein angefangener Smalltalk mit Fremden sind so einfache Dinge, die es aber so in Deutschland nicht oft gibt. Als ich meinen E-Scooter Unfall hatte, hat ein Auto einfach kurz angehalten und mir einfach all seine Feuchttücher zum säubern meiner Wunde geschenkt zum Beispiel. Oder der Mann am Telefon wegen der Steuernummer. All dies sind Dinge, die einem im Hinterkopf bleiben und an die man sich immer erinnert.
Wie sieht meine Zukunft aus?
Zu 100% kann ich das natürlich noch nicht sagen, aber ich möchte auf jeden Fall zurück nach Australien. Mein Leben, was ich mir dort aufgebaut habe, meine Freunde und alles andere möchte ich gerne wiedersehen. Auch wenn es für einige unvorstellbar ist, aber ich würde es zumindest gerne versuchen, dort zu leben. Bis ich ein Langzeitvisum beantragen kann, kann es aber auch noch Jahre dauern. Doch wenn ich es nicht versuche, werde ich nie wissen, wie es gewesen wäre.
Bevor aber dieser ganze Prozess beginnt, musste ich erstmal wieder nach Deutschland. Mein Weg nach Hause war etwas länger da ich erst noch im Pazifik und dann in Süd- und Nordamerika unterwegs gewesen bin. Jetzt werde ich dann wohl nach einem Job suchen müssen und einer eigenen Wohnung dann. Dies ist erstmal die grobe Planung. Natürlich freue ich mich aber sehr, Familie und Freunde wiederzusehen! Wer weiß, was die Zukunft mit einem vorhat.




















