Northern Territory liegt im Norden der Mitte Australiens und hat nur etwa 265.000 Einwohner. Zum Vergleich, Wiesbaden hat etwa 250.000 Einwohner. Mehr als die Hälfte davon lebt in der Hauptstadt Darwin im Norden. Der Großteil des Northern Territory ist das Outback. Im Sommer kann es hier bis zu 40°C werden, dafür in den Winternächten bis zum Nullpunkt. Das Klima selbst ist tropisch im Norden und arid/Wüste im Süden des Territoriums. Northern Territory ist kulturell sehr geprägt von den Ureinwohnern.
Darwin
Darwin liegt ganz im Norden an der Küste zur Timorsee – Ozean zwischen Australien und Indonesien. Es gibt dort keine Jahreszeiten, sondern nur Regen- und Trockenzeit. Die Temperatur liegt das ganze Jahr über im Durchschnitt bei 25 – 30°C. Die Region Darwin hat auf einer Fläche von 3100km² ca. 150.000 Einwohner. Die Hälfte davon (86.000EW) lebt in der Stadt selbst, welche nur eine Fläche von 112km² einnimmt. Dies sind ca. 770 Einwohner pro km². Zum Vergleich: Düsseldorf ist etwa doppelt so groß, hat jedoch 2850 Einwohner pro km² (insgesamt 620.000).
In Darwin gibt es einiges zu sehen. Besonders schön ist der Mindilbeach an dem man perfekt Sonnenuntergänge beobachten kann. Jeden Donnerstag und Sonntag findet dort außerdem ein Markt statt, sowie teils Live-Musik. Viele gehen hier natürlich im Meer schwimmen. Wer sich im offenen Gewässer nicht so sicher fühlt, kann auch an der Darwin Waterfront im Zentrum der Stadt schwimmen gehen. Dieser Teil gehört zwar zum Meer, ist jedoch mit einem Netz geschützt, sodass keine Haie oder Krokodile Zutritt haben. Kleiner Tipp: In der Trockenzeit finden in der Stadt Open-Air Kinos statt bei denen man gemütlich in kleinen Strandstühlen sitzt.
WaterfrontOpen Air KinoMindil Beach
Artenvielfalt
In Northern Territory gibt es viele verschiedene Tiere zu entdecken. Sowohl Gefährliche als auch sehr beliebte und Ungefährliche. Insbesondere das Krokodile – nicht nur im Süßwasser, viele Kängurus und Tiere, die in der Wüste überleben können, findet man hier. Ein paar sind untern aufgeführt
Krokodile
Australien ist für Krokodile sehr bekannt, wer aber nur nach Sydney oder Melbourne reist, wird lange suchen müssen, denn die Krokodile sind größtenteils im Norden Australiens zu finden. Vor allem im Norden des Northern Territory. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele Krokodile, wie im Northern Territory.
Die meisten kennen Süßwasserkrokodile (Freshies), die es auch im Amazonas gibt. Sie sind eher ungefährlich und greifen nur an, wenn sie sich nicht sicher fühlen. In Australien gibt es jedoch auch Salzwasserkrokodile – sogenannte Salties. Ihnen sollte man besser nicht zu nahe kommen. Sie können 4 bis 5 Meter lang werden und werden bis zu 500kg. Die größte Dichte an Krokodilen findet man im Adelaide River, etwa 50min von Darwin entfernt. Wer durch den Fluss schwimmen will, wird die andere Seite wahrscheinlich nicht erreichen, denn man findet dort etwa 4 Krokodile pro km².
Wer Salties trotzdem gerne mal von nahem sehen möchte, sollte eine der berühmten „Jumping-Crocodile“ Bootstouren machen.
Wer an Australien denkt, verbindet das Land wahrscheinlich als erstes mit Kängurus. Australier nennen sie auch kurz „Roos“. Es gibt über 60 Arten von ihnen in allen Größen. Das größte, welches bis zu 2m groß werden kann, ist das rote Riesenkänguru, dass in trockenen Gebieten zu finden ist. Die kleineren Arten sind Wallabys und haben meist eine Größe von unter einem Meter. Sie sind oft ind Busch- und Waldgebieten zu finden. Die beste Zeit um Kängurus zu sehen ist in der Morgen- oder Abenddämmerung. Gerade am Abend kann man in ruhigeren Gebiete eine ganze Schar – genannt „Mob“ – an Kängurus sehen.
Der lange Schwanz der Kängurus wird als Stütze und zum Halten des Gleichgewichts genutzt. Dies ist oft bei Kämpfen zu erkennen. Wie wahrscheinlich die meisten wissen, bewegen sich Kängurus mit ihren starken Hinterbeinen durch Sprünge fort. Die Sprungweite kann bis zu 8m lang sein. Kleiner Fun Fact: Kängurus können jedoch nicht rückwärts laufen bzw. springen.
Die kleinen Babys – genannt Joeys – verstecken sich oft im Beutel der Mutter. Gerade bei Gefahren suchen sie dort Schutz. Generell sind Kängurus menschenscheu und ungefährlich. Trotzdem sollte man ihnen nicht zu nahe kommen bzw. provozieren, denn ihre Schlagstärke kann so stark sein, dass Rippen gebrochen werden können. Gerade in der Nähe ihrer Babys sollte man sich besser nicht aufhalten. Auch das Füttern ist nicht erlaubt.
Auch Schlangen und Eidechsen sind in Australien sehr bekannt.
Vor allem Schlangen haben den Ruf, tödlich zu sein. Wer jedoch auf Wanderwegen und Straßen bleibt und nicht mitten durch’s Gebüsch rennt, sollte eigentlich kein Problem haben. Außerdem sind die meisten von ihnen in abgelegenen Orten zu finden. In die Stadt verirren sich nur wenige. Von über 170 Schlangenarten in Australien sind ca. 100 giftig, was nicht heißt, dass jede tödlich ist.
Von den zehn giftigsten Schlangenarten der Welt sind sieben in Australien zu Hause, auch der Inlandtaipan, welches die giftigste Landschlange der Welt ist. Für jede Schlange gibt es jedoch mittlerweile ein Gegengift.
Es gibt über 800 Echsenarten, die jedoch ungefährlich sind. Von kleinen Geckos bis zu großen Waranen ist alles dabei. Normalerweise rennen sie direkt davon, wenn man ihnen zu nahe kommt. Man kann sie auch anfassen, ohne sich in große Gefahr zu begeben. Nur bei den größeren Waranen sollte man etwas mehr aufpassen. Diese können zubeißen, was aber nur schmerzhaft ist und nicht tödlich.
Die beste Reisezeit für das Northern Territory ist von Mai bis Oktober, da zum einen Trockenzeit ist, also es keine Zyklone oder Überflutungen gibt, als auch nicht zu heiß ist für Ausflüge in die Natur. Im Sommer kann es besonders im Outback bis zu über 40°C am Tag werden. Teils werden Wanderwege auch abgesperrt um Unfälle zu vermeiden.
Im Winter ist es etwas „kühler“. Die Temperatur beträgt 25 bis 30°C am Tag und kann in der Nacht die Nullgrad-Grenze erreichen. Wer mit Zelt oder Camper unterwegs ist, sollte auf jeden Fall eine warme Decke mitnehmen, denn die Nachttemperatur wird meist unterschätzt.
Highlights
Der größte Teil des Northern Territory ist zwar nur Outback, trotzdem gibt es viele schöne Nationalparks und Orte in denen man die Natur bewundern kann. Besonders bekannt ist hier natürlich der Uluru, früher Ayers Rock.
Uluru (Ayers Rock)
Der Uluru im Uluru-Kata Tjuta National Park gehört sowohl zu der Liste der Weltkultur- als auch der Waltnaturerben und ist nach dem Sydney Opera House eine der bekanntesten Sehenswürdidkeiten in Australien. Er befindet sich im Süden des Northern Territory, etwa 4,5h von Alice Springs entfernt. Wer ihn einmal sehen möchte, sollte entweder einen Roadtrip bzw. eine Tour machen, oder nach Yulara fliegen, denn direkt in der Nähe gibt es einen Flughafen.
Der Uluru ist ca. 600 Millionen Jahre alt und ist der weltweit größte einzelne Felsen. Er ist 348m hoch und somit höher als der Eiffelturm. Ein weiterer Großteil des Felsens liegt jedoch noch unter der Erde.Wer möchte, kann einmal um den Uluru herumwandern. Die Länge beträgt ca. 9,4km, jedoch ist alles nur Flachland, somit natürlich auch für Rollstühle geeignet. Früher durfte man auch auf den Uluru klettern, was heute nicht mehr erlaubt ist. Außerdem darf man an bestimmten Punkten auf dem Wanderweg keine Fotos machen. Beides ist aus kulturellen Gründen der Aboriginies. Die schönsten Bilder kann man bei Sonnenauf- und Sonnenuntergagng machen. Die Farbe ändert sich dabei durchgänglich und lässt den Felsen immer anders aussehen.
Kleiner Tipp: Wer noch etwas mehr wandern möchte, sollte die Kata-Tjuta besuchen, die im gleichen Nationalpark sind. Die Kata Tjuta sind eine Gruppe von 36 Felskuppen. Es gibt verschiedene Wanderwege. Der Valley of the winds walk ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Der Kings Canyon befindet sich im Watarrka Nationalpark drei Stunden nördlich vom Uluru. Die rötlichen Felswände haben eine Höhe von ungefähr 100m. Mitten durch den Kings Canyon verläuft der Kings Creek, der jedoch ausgetrocknet ist. Wer möchte kann eine kurze 2,6km Wanderung durch den Creek machen. Alle Wanderungen sollte man morgends beginnen, da es um die Mittagszeit sehr heiß werden kann.
Am besten ist jedoch der Kings Canyon Rim Walk. Der Wanderweg ist ein 6km Loop, der zuerst stark bergauf bis zur Canyon Plattform geht. Nachdem der schwerste Teil geschafft ist, läuft man einmal den Canyon entlang. Um die Lücke zwischen den Felswänden zu überwinden, gibt es eine Brücke. Ab und an tauchen kleine „Return-Wege“ auf, die zum „Garden of Eden“ und der „Lost City“ führen. Sie sind zwar teils hart, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Im Norden des Northern Territory findet man den Litchfield Nationalpark. Von Darwin aus, fährt man ca. 1,5h, weshalb es auch viele Tagestouren gibt. Das Highlight des Nationalparks sind die Termitenhügel. Die meisten von ihnen sind verteilt auf einer großen Freifläche. Die Hügel sehen zusammen eher aus wie Grabsteine. Sie können bis zu 100 Jahre alt werden und eine Größe von bis zu zwei Metern erreichen. Was man schnell erkennt, ist die Nord-Südausrichtung der Hügel bzw. Wände in dem Fall. Grund dafür ist die Minimierung der Sonneneinstrahlung auf den Termitenhügel.
Außer den Termitenhügel gibt es im Litchfield Nationalpark noch viele Wasserfälle und Badestellen. Sehr bekannt sind die Florence Falls, welche sowohl einen Aussichtspunkt als auch eine kleine Wanderung zur Badestelle haben. Dort kann man sich sehr gut abkühlen. Außerdem kann man von dort aus zu Fuß zum Buley Rockhole. Es gibt noch jede Menge andere Wasserfälle, wie die Sandy Creek Falls oder Tolmer Falls. Man sollte sich aber vorher immer erkundigen, ob ein 4WD Wagen gebraucht wird, da einige Wege zu den Wasserfällen schwer befahrbar sind.